Seit gut zwei Jahren dominiert Facebook den Markt der sozialen Netzwerke. Die hohen Zuwachsraten zeugen von dem ungebrochenen Trend. Inzwischen repräsentiert Facebook 50% der Online-Weltbevölkerung.
http://www.zdnet.de/41559492/studie-weltweit-nutzen-2-1-milliarden-menschen-das-internet/
http://www.insidefacebook.com/
Facebook ist schon längst nicht nur eine Kommunikationsplattform, sondern ist zu einem Netz im Netz geworden, das alle Bedürfnisse seiner Nutzer zu befriedigen sucht. Von der Lieblingsmusik, dem Online-Spiel, dem Fotoalbum bis hin zum Firmenauftritt werden zahlreiche Dienste angeboten. Facebook ist dabei, ein eigenständiges „Ökosystem“ zu werden. Weil Facebook dadurch Standards definieren (Schnittstellen) kann, sichert es sich langfristig seine Marktdominanz. Es ist abzusehen, das Facebook auch mit eigener Hardware auf den Markt kommen wird. Damit reiht sich Facebook endgültig in die Reihe der großen Dienstanbieter (Apple, Google, Microsoft) ein.
Der Erfolg Facebooks ist nicht unumstritten. Immer wieder kommt es zu Negativschlagzeilen. Das liegt zum einen an der Unachtsamkeit oder dem Unwissen der Nutzer (z.B. der Fall Thessa ) aber auch an einigen strukturellen Bedingtheiten in Facebook.
Vor allem die AGBs des sozialen Netzwerkes geraten immer wieder in das Fadenkreuz der Kritik, überwiegend aus folgenden drei Gründen:
Neue Funktionen werden oft ohne Zustimmung der Nutzer eingeführt und beinhalten erhebliche Risiken für die Profilreichweite und damit der „Privatheit“ eines Nutzerprofiles. Beispielhaft für dieses Gebaren können folgende Aspekte angeführt werden:
Die Nutzer werden gezwungen, diese Neuerungen zu akzeptieren oder in Nachgang zu deaktivieren. So kostete die Einführung der Chronik tausende von Mannstunden, um das Profil an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Diese Vorgehensweise erfordert die stetige Aufmerksamkeit der Nutzer, damit sie auf eventuell unerwünschte Funktionen angemessen reagieren können.
Facebook hat Zugriff auf die Daten von mehr als einer Milliarde Nutzern. Die meisten Server stehen in den USA (die Daten der europäischen Nutzer liegen auf Servern in Irland). Das hat für die Datensicherheit Konsequenzen. Durch den „Patriot Act“ können sich US-Behörden jederzeit Zugriff auf die Datenbanken verschaffen.
http://www.heise.de/ix/artikel/Zugriff-auf-Zuruf-1394430.html
Facebook ist inzwischen ein börsennotiertes Unternehmen, das für die Anleger Renditen erwirtschaften muss. Das Kapital von Facebook sind die Daten seiner Nutzer. Diese gilt es maximal zu verwerten. Daher ist es nicht abzusehen, welche Mittel die Investoren einsetzen werden um die Gewinne des Unternehmens zu steigern. Auch wenn es gegenwärtig kaum vorstellbar ist, so hat auch dieses Unternehmen eine Geschichte. So haben wir in jüngster Zeit den schnellen Niedergang unterschiedlicher sozialer Netzwerke erlebt (myspace, VZ-Netzwerke). Wer wird auf die Daten dann Zugriff haben?
„[...] Facebook [hat] viele Funktionen, die das Datensammeln über Nichtmitglieder und ausgeloggte Mitglieder ermöglichen. Einige davon müssen aktiv durch andere Nutzer gefüttert werden, andere sind in externe Webseiten eingebaut und tracken dort Nutzeraktivitäten mit.“
http://www.phaenomenfacebook.com/2011/10/was-steckt-hinter-schattenprofilen-auf-facebook/
Neben den eigentlichen Nutzern verwertet Facebook auch Informationen über Personen, die dem Netzwerk gar nicht angehören. Eine Informationsquelle ist der bereits erwähnte like-button. Vor allem aber liefert die auf den meisten Smartphones installierte Facebook-App reichliche Informationen. Die App bietet einen Kontaktabgleich mit dem facebook-Profil an und überträgt dann alle auf dem Gerät gespeicherten Kontakte an Facebook. Ähnlich funktioniert auch der „Freundefinder“ - mit der Möglichkeit, Kontakte vom PC mit Facebook abzugleichen, um dann passende Freunde vorgeschlagen zu bekommen. Wie viele dieser Schattenprofile es gibt, und wie viele personenbezogene Daten Facebook ohne Wissen und Zustimmung der Betroffenen speichert, ist unbekannt. Auch ist nicht klar, ob im Hintergrund nicht doch eine Gesichtserkennung erfolgt und so Beziehungen zwischen den Personen hergestellt werden, die nicht oder noch nicht in Facebook sind. Es ist auch nicht klar, ob diese Informationen nicht doch für personenbezogene Werbung genutzt werden.
http://www.europe-v-facebook.org/DE/Datenbestand/datenbestand.html
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