Vorstellungen davon, was konkret als gut oder schlecht (bzw. böse) zu betrachten und wie in bestimmten Situationen jeweils zu handeln sei, konstituieren
Moral
. Dieser Begriff bezeichnet zunächst einmal die Menge an Normen oder Prinzipien, die ein Individuum beziehungsweise eine Gruppe von Menschen für sich als bindend erachten.
Ethik ist die theoretische Beschäftigung mit Moral. Ihr Gegenstand ist die kritische Sichtung, Reflexion und Begründung von bestehenden Moralvorstellungen und der Entwurf von normativen Lösungen für neue moralische Problemstellungen.
Ethik bzw. ethisch unterscheidet sich somit als Metaebene von Moral bzw. moralisch . Beide Ebenen sind für das aufbauende moralische Lernen und ethische Reflektieren im Rahmen einer normenkritischen Urteilsbildung konstitutiv und insofern für den Religionsunterricht relevant.
Der Bildungsplan von 2004 formuliert für den Standardzeitraum 9/10 folgende zwei, aufeinander aufbauende Standards:
Dieses „Kompetenzpaket“ ist kompakt formuliert, so dass hier zur Klärung zunächst in (1) eine Ausdifferenzierung bezüglich moralischer und ethischer Kompetenzen erfolgt, um dann in (2) eine Analyse der normenkritischen Urteilsbildungskompetenz vorzunehmen:
(1) Die Kompetenz verlangt in Anlehnung an die Kompetenzdefinition von Weinert und Klieme 2
(2) Normenkritische Urteilsbildungskompetenz ist eine komplexe Fähigkeit, die sich in der Lösung eines konkreten moralischen Problems zeigt. Sie ist aus folgenden Fähigkeiten zusammengesetzt:
2. Entwicklungspsychologische und neurophysiologische Grundbedingungen
Aufbauendes Lernen in der Sekundarstufe I: Ethische Kompetenz
Moralisches und ethisches Reflektieren:
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