Der aufbauende Lernprozess berücksichtigt auch in Klasse 9/10 das Durchleben moralisch relevanter Situationen. Dies wird hier exemplarisch an einem Sozialpraktikum mit Portfolio-Arbeit gezeigt:
Das Sozialpraktikum bietet eine lebensweltliche Anforderungssituation, in der die Frage nach dem Nächsten und die Begründung eigenen Handelns zentral sind. Moralisches Handeln anderer wird wahrgenommen und eigenes eingeübt. Hier ist insbesondere auf das Compassion-Projekt, eine durch die Freien Katholischen Schulen in Deutschland angestoßene Initiative, hinzuweisen: „Pädagogischer Kerngedanke des Compassion-Projekts ist also die Überzeugung, dass Sozialpraktika langfristig zu veränderten Verhaltensbereitschaften und Haltungen im Bereich des Sozialen führen können, wenn sie mit Fachunterricht verknüpft sind, der informierend, reflektierend und bewertend auf Erfahrungen in den Praktika vorbereitet und nachträglich eingeht.“. 1 Das Praktikum wird durch die Arbeit mit Portfolio reflektierend begleitet. Planung, Durchführung und Reflexion des Sozialpraktikums finden auf der Grundlage des Leitmediums Lk 10 und Lk 15 statt.
Ferner nimmt der Lernprozess in Klasse 9/10 das zunehmend komplexer werdende moralisch-ethische Argumentieren mit einem Advance Organizer (siehe Material 6.4) in den Blick.
Da am Ende von Klasse 10 die SuS laut Bildungsplan „zwei gegenwärtig relevante ethische Ansätze darstellen“ können sollen, wird auch in einer Unterrichtseinheit „Philosophische Ethik“ das moralisch-ethische Argumentieren eingeübt. 2
Ziel ist es, dass die SuS in der normenkritischen Urteilsbildung zur Anwendung utilitaristischer (und evtl. in Ansätzen deontologischer) Argumentationsmuster gelangen können.
Insgesamt wird im aufbauenden Lernprozess hier in Klasse 9/10 die anvisierte Zielkompetenz der normenkritischen Urteilsbildung zentral in den Blick genommen:
Mit Hilfe einer Lernstandserhebung (siehe 6.3) wird erhoben, auf welchem Niveau die SuS die anvisierte Zielkompetenz erreicht haben, um ggf. (auch individuelle) Wiederholungen anzgehen. Die Lernstandserhebung kann auch als Schlussevaluation dienen und Gelegenheit zum gemeinsamen Nachdenken über den gesamten Lernprozess zur ethischen Kompetenz ab Klasse 5/6 bieten. Das Erreichte kann gewürdigt und wertgeschätzt werden.
6.1 Schritte der normenkritischen Urteilsbildung
6.2 Sozialpraktikum als authentische Lernsituation
6.3 Lernstandserhebung
Aufbauendes Lernen in der Sekundarstufe I: Ethische Kompetenz
Moralisches und ethisches Reflektieren:
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