Abschiebung von Roma aus Frankreich
Abschiebung von Roma aus Frankreich
Nachdem im Juli 2010 in Saint-Aignan (Loir-et-Cher) ein Rom von einem Gendarmen getötet worden war, kam es dort zu Fremdes Angebot: Ausschreitungen (öffnet in neuem Tab) von Roma. Dies und die Fremdes Angebot: Räumung von besetzten Häusern (öffnet in neuem Tab) (squats) nahmen französische Behörden zum Anlass, rumänische und bulgarische Roma auszuweisen. Präsident Sarkozy, dessen Fremdes Angebot: Umfragewerte (öffnet in neuem Tab) seit Monaten im Keller sind, entließ einen zu "laschen" Fremdes Angebot: Präfekten (öffnet in neuem Tab), machte das Sicherheitsthema zur Chefsache und will gegen "tous les Fremdes Angebot: campements en situation irrégulière (öffnet in neuem Tab)" vorgehen.
Reaktionen
Die Fremdes Angebot: Ligue des Droits de l'Homme (öffnet in neuem Tab) (LDH) und andere Fremdes Angebot: Wissenschaftler (öffnet in neuem Tab) werfen ihm Stigmatisierung und Sündenbocksuche vor, ebenso wie Fremdes Angebot: O. Legros (öffnet in neuem Tab) (s. auch ein Video: Fremdes Angebot: witziger Brief eines Moslems (öffnet in neuem Tab) und den Hinweis Fremdes Angebot: P. Enthovens (öffnet in neuem Tab) auf eine Episode in ... Tintin / Tim und Struppi von Hergé!); dem widerspricht Innenminister Fremdes Angebot: Brice Hortefeux (öffnet in neuem Tab). Von Entgleisungen des Präsidenten sprechen mehrere Fremdes Angebot: Kritiker (öffnet in neuem Tab), Fremdes Angebot: P. Hérisson (öffnet in neuem Tab), Senator und Präsident der "Commission nationale consultative des gens du voyage", wirft seinem Parteifreund Sarkozy unzulässige Vermengungen vor, für Fremdes Angebot: G. Mazeau (öffnet in neuem Tab) will Sarkozy nur von den wahren Problemen und Skandalen ablenken. Minister Hortefeux verfügt die Fremdes Angebot: Ausweisung "krimineller" Roma (öffnet in neuem Tab) - wobei es allerdings über die Kriminalität der Roma Fremdes Angebot: keine verlässlichen Zahlen (öffnet in neuem Tab) gibt; s. Reaktionen der Fremdes Angebot: französischen (öffnet in neuem Tab) und Fremdes Angebot: internationalen Presse (öffnet in neuem Tab) sowie der Fremdes Angebot: oppositionellen Sozialisten (öffnet in neuem Tab) auf diese Ankündigungen; Ex-Regierungschef Fremdes Angebot: de Villepin (öffnet in neuem Tab) sieht Schande über die französische Fahne gekommen. Die katholische Fremdes Angebot: Kirche (öffnet in neuem Tab) protestiert, das Fremdes Angebot: Regierungslager (öffnet in neuem Tab) ist gespalten, ebenso wie die Fremdes Angebot: Volksmeinung (öffnet in neuem Tab). Es gab Fremdes Angebot: Demonstrationen (öffnet in neuem Tab), die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Verschärfung der Sicherheitspolitik aus Fremdes Angebot: wahltaktischen Gründen (öffnet in neuem Tab) richteten (s. Fremdes Angebot: Pressekommentare (öffnet in neuem Tab) dazu) - für das Regierungslager zeigen sie die Fremdes Angebot: Kumpanei mit Gesetzesbrechern (öffnet in neuem Tab). Doch sind die Franzosen wirklich so fremdenfeindlich?, fragt Fremdes Angebot: E. Fassin (öffnet in neuem Tab). Laut Fremdes Angebot: Umfragen (öffnet in neuem Tab) betrachten 55% von ihnen die Abschiebungen als nicht mit den Werten der Republik vereinbar, 66% finden, dass sich die Regierungspositionen in der Sicherheits- und Einwanderungspolitik denen der Fremdes Angebot: Nationalen Front annähern (öffnet in neuem Tab). Dazu kommt ein - wohl illegales - Fremdes Angebot: Rundschreiben (öffnet in neuem Tab) aus dem französischen Innenministerium an die Präfekten (s. das Fremdes Angebot: Dokument (öffnet in neuem Tab) bei Le Canard social), wonach vorrangig Romalager zerstört werden sollten - wohingegen die Haute Autorité de lutte contre les discriminations et pour l'égalité ( Fremdes Angebot: HALDE (öffnet in neuem Tab)) angewiesen worden sein soll, sich nicht mehr mit der Diskrimination von Roma zu beschäftigen, laut den investigativen Journalisten von Fremdes Angebot: Bakchich.com (öffnet in neuem Tab)). Gezielte Diskriminierungen und Massenabschiebungen verstoßen gegen die Fremdes Angebot: europäische Grundrechtecharta (öffnet in neuem Tab), denn die Roma genießen als Fremdes Angebot: EU-Bürger (öffnet in neuem Tab) das Recht auf Bewegungsfreiheit. Deswegen will die EU-Kommission ein Verfahren wegen Fremdes Angebot: Bruchs europäischen Rechts (öffnet in neuem Tab) in Gang setzen, was wiederum die französische Regierung Fremdes Angebot: verhindern (öffnet in neuem Tab) wollte; inzwischen will sie die Fremdes Angebot: EU-Vorgaben berücksichtigen (öffnet in neuem Tab). Auch der Fremdes Angebot: Europarat (öffnet in neuem Tab) warnte vor der Stigmatisierung der Roma. Fremdes Angebot: Bundeskanzlerin Merkel (öffnet in neuem Tab) dementierte ungewöhnlich hart eine Behauptung Sarkozys, in Deutschland seien ebenfalls Schließungen von Roma-Camps geplant.
Wie leben Roma in Frankreich?
| Sainte Sara. Source : Fremdes Angebot: Wikimedia Commons / CC (öffnet in neuem Tab) |
Gens du voyage, Roms, Tsiganes, Gitans: Definitionen liefern der Fremdes Angebot: Figaro (öffnet in neuem Tab) und Fremdes Angebot: L'Express (öffnet in neuem Tab), über den juristischen Status der Fremdes Angebot: gens du voyage (öffnet in neuem Tab), die französische Staatsbürger sind, informiert das Département Var. Informationen auf Deutsch über die Fremdes Angebot: Roma in der EU (öffnet in neuem Tab) (s. bes. die Landkarte) und Fremdes Angebot: in Deutschland (öffnet in neuem Tab) bietet das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Über die Fremdes Angebot: Vorstellungen (öffnet in neuem Tab), die wir von "Romanichels, bohémiens, tsiganes, gitans, manouches" haben, klären J.-C. Bailly und J.-L. und H.Nancy auf. Was "Tziganes" sind, erläutern auch Fremdes Angebot: M. Rousseau und O. Houdart (öffnet in neuem Tab). Die Pilgerreisen nach Saintes-Maries-de-le-Mer (s. Fremdes Angebot: « Les Gitans et le christianisme » (öffnet in neuem Tab) (unten auf der Seite) oder Fremdes Angebot: « Le Pèlerinage du mois de mai » (öffnet in neuem Tab) sowie Fremdes Angebot: Fotos (öffnet in neuem Tab) und ein Fremdes Angebot: Video (öffnet in neuem Tab) (12 Minuten) zeigen eine andere Seite der "Gitans". Seit 1991 werden die Roma als Fremdes Angebot: nationale Minderheit (öffnet in neuem Tab) anerkannt, was jedoch kaum konkrete Auswirkungen hat. Viele von ihnen sehen sich als Fremdes Angebot: Franzosen mit zwei Identitäten (öffnet in neuem Tab). Es fehlt an Fremdes Angebot: Plätzen für Fahrende (öffnet in neuem Tab); Fremdes Angebot: wo leben sie (öffnet in neuem Tab) dann? Laut Fremdes Angebot: H. Asséo (öffnet in neuem Tab) ist das Nomadentum der "Zigeuner" eine politische Erfindung; s. auch ein Fremdes Angebot: Interview (öffnet in neuem Tab) mit ihr. Andererseits sind wir doch alle "Nomaden" geworden, ruft der Philosoph Fremdes Angebot: L. de Miranda (öffnet in neuem Tab) in Erinnerung.
Analysen
Gemessen an der Zahl der Hintergrundartikel, die sich mit dem Thema befassen, scheint es, dass die Regierungspolitik von Seiten der Intellektuellen ebenso wenig Unterstüzung erhält wie von Seiten der europäischen Politiker. Der Soziologe Fremdes Angebot: J.-P. Liégeois (öffnet in neuem Tab) erklärt ihre traditionelle Mobilität und fordert, ihre Fremdes Angebot: Diskrimination zu stoppen (öffnet in neuem Tab), Fremdes Angebot: J. Pinard (öffnet in neuem Tab) stellt die heutigen Reaktionen in einen historischen Zusammenhang. Bis ins Mittelalter zurück geht ihre Diskrimination laut Fremdes Angebot: E. Filhol (öffnet in neuem Tab). Fremdes Angebot: A. Pitroipa (öffnet in neuem Tab) beschreibt im Express die "psychologie gitane"; Roma würden gerne als "les méchants de l'histoire" betrachtet. Der Regisseur Fremdes Angebot: T. Gatlif (öffnet in neuem Tab) wehrt sich gegen Unterstellungen über die "Manouches". Fremdes Angebot: J.-B. Duez (öffnet in neuem Tab) analysiert die Lage der Roma in Europa; s. auch die historischen und grundrechtlichen Argumente des italienischen Schriftstellers Fremdes Angebot: Antonio Tabucchi (öffnet in neuem Tab). Die Auseinandersetzung um die Roma hat laut Fremdes Angebot: J.-P. Dacheux und B. Delemotte (öffnet in neuem Tab) gezeigt, dass « un Européen est partout chez lui en Europe » und dass « L’Europe est bien le premier pays des Roms ».
Behandlung des Themas im Unterricht
Im Unterricht könnte der thematische Schwerpunkt auf der grundsätzlichen europapolitischen Diskussion und der Diskriminierung von Minderheiten liegen. Dem sollte eine Information über die Lage der Roma und die aktuelle Politik der französischen Regierung vorausgehen. Die Schülerinnen und Schüler können sich je nach Vorkenntnissen diese Informationen und Argumente sowie die sprachlichen Mittel dafür selbst über unser Scénario für S II erarbeiten; es liegt auf der Hand, dass nicht alle Materialien aufgearbeitet werden können, hier muss die Lehrkraft auswählen. Die "Analyses approfondies" lassen sich auch in Kleingruppen bearbeiten, ggf. mit Hilfe der Lehrkraft. Daran anschließend könnte z.B. eine "Podiumsdiskussion" veranstaltet oder ein offener Brief für eine Zeitung vefasst werden, in denen die unterschiedlichen Sachargumente ebenso wie die persönlichen Meinungen zur Sprache kommen können.
L'expulsion des Roms - Scénario
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Bildungsserver
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