Choreographisches Arbeiten

Pflichtbereich 5: Tanzen/Gestalten/Darstellen – ca. 8 Std. Titel:
Einführung in das choreographische Arbeiten

Generelle Vorbemerkungen: Nach dem Prinzip der „Bausteinmethode“ und unter Schulung der exekutiven Funktionen erlernen die SuS den gestalterischen Umgang mit Bewegungsmotiven und deren Präsentation.

Bei der Vermittlung dieses Unterrichtsvorhabens stehen die folgenden Perspektiven aus dem Bildungsplan im Fokus: Leitperspektive - Prävention und Gesundheitsförderung

Pädagogische Perspektiven - Sich körperlich ausdrücken und Bewegungen gestalten/Gemeinsam handeln, wettkämpfen und sich verständigen
Prozessbezogene KompetenzenInhaltsbezogene Kompetenzen Konkretisierung,
Vorgehen im Unterricht
Erg. Hinweise, Arbeitsmittel, Organisation, Verweise

2.1: Bewegungs­kompetenz

2.1.2: koordinative Fähigkeiten und technische Fertigkeiten anwenden

2.1.3: Bewegungen gestalten und sich durch Bewegungen ausdrücken

2.1.4: grund­legendes Fachwissen in sportlichen Handlungs­situationen anwenden und sachgerecht nutzen

2.3: Personal­kompetenz

2.3.5: eigene Emotionen und Bedürfnisse in sportlichen Handlungs­situationen wahrnehmen und regulieren

2.3.6: in sportlichen Handlungs­situationen ihre Aufmerksamkeit steuern

2.4: Sozial­kompetenz

2.4.1: Mitschülerinnen und Mitschüler beim sportlichen Handeln unterstützen und ihnen verlässlich helfen

2.4.2: wert­schätzend miteinander umgehen und andere integrieren

2.4.3: bei der Lösung von Konflikten die Interessen und Ziele aller Beteiligten berücksichtigen

2.4.6: bei sportlichen Aktivitäten kommunizieren, kooperieren und konkurrieren

(2) vorgegebene Bewegungen in einfachen Verbindungen zum Rhythmus von Musik umsetzen

(5) einfache Aufstellungs­formen umsetzen

(7) ausgewählte Gestaltungs­kriterien erkennen und benennen

(10) gestal­terische Bewegungs­aufgaben in der Gruppe lösen

1. Erlernen der „Bausteine“ (ca.2Std)
Die Schülerinnen und Schüler erlernen ca.7 vorgegebene Bewegungsmotive („Bausteine“), die an die Buchstaben A-F und X gekoppelt werden. Diese Buchstaben werden groß auf DIN A4-Papier notiert an der Hallenwand angebracht. Jedes Bewegungsmotiv besteht aus 8 Zählzeiten (Taktschlägen) und sollte koordinativ möglichst einfach umzusetzen sein.

2. Üben und Vertiefen der festgelegten Reihenfolge
Die SuS erlernen und üben die Bewegungsverbindung (Abfolge von A bis X) und können diese - auch ohne Lehrperson - zur Musik durchführen.

3. Schulung der kognitiven Flexibilität
Motiv X wird von der Lehrperson als Grundmotiv festgelegt. Dieses „wandert“ nun durch die Abfolge, was die SuS ohne Lehrperson tänzerisch umsetzen sollen.
Mögliche Variationen:

  1. A – X – B – X – C – X – D – X – E – X – F – X
  2. A – B – X – C – D – X – E – F – X
  3. Das Grundmotiv X wird getanzt, die Lehrperson zeigt spontan auf eines der Motive A – F, was die SuS auf einen gemeinsamen Einsatz unmittelbar in die passende Bewegung umsetzen sollen. Ist das vorgegebene Motiv umgesetzt, wird erneut das Grundmotiv getanzt, so lange, bis die Lehrperson erneut auf eines der Motive deutet.


4. Einführung in das choreographische Arbeiten (ca.2 Std.)

Die Lehrperson gibt eine neue Reihenfolge der Motive vor (hängt die Buchstaben-Schilder an der Wand um), die die SuS in passenden Bewegungen umsetzen sollen. Dadurch wird deutlich, dass aus unterschiedlicher Anordnung der Bausteine verschiedene Gestaltungen entstehen. Die Lehrperson zählt ein, damit ein gemeinsamer Start möglich wird. Mögliche Abfolgen:

  1. B – D – C – F
  2. C – A – D – E – X
  3. X – D – E – X – C – A


5. Selbstständiges Gestalten in Kleingruppen (ca.4 Std.)

Die SuS gestalten die vorgegebenen Motive in Kleingruppen um, bzw. neu.

  1. Jede Gruppe erhält ein Bewegungsmotiv und verändert dieses je nach Vorgabe, z.B. hinsichtlich Laufrichtung/Blickrichtung/Armeinsatz/ Beineinsatz/Dynamik/Bewegungstempo/usw.
  2. Die SuS füllen die Motive (z.B. E und F) mit eigenen Bewegungen.
  3. Die SuS erstellen eine Liedgliederung und weisen die Motive A-X dem Refrain und den Strophen zu. Auf diese Weise kann das ganze Lied choreographisch umgesetzt werden (siehe Unterrichtsvorhaben Tanzen, Gestalten, Darstellen - Klasse 7).


Das „Bausteinprinzip“ kann beliebig ergänzt und verändert werden und verdeutlicht den SuS den Prozess des Choreographierens einer Bewegungsverbindung.

Die Lehrperson stellt die Motive individuell je nach Leistungsniveau zusammen.

Mögliche Beispiele siehe Anhang.



Anhang: Mögliche Beispiele der „Bausteine“:

A = Arme (beidbeiniger Stand, rechte Faust wird zweimal rhythmisch nach oben gestreckt, anschließend zweimal linke Faust nach oben – für 8 Zählzeiten zweimal durchführen)

B = Beine (gehen am Platz auf 8 Zählzeiten, rechts beginnt)

C = 8er (mit 8 Schritten eine Acht am Boden ablaufen, rechts beginnt, Anfangs- und Ausgangspunkt sind gleich)

D = Drehung (Mit vier Schritten Drehung nach rechts (vierter Schritt schließt) – mit vier Schritten Drehung nach links (vierter Schritt schließt), dabei Rückkehr zum Ausgangspunkt)

E = V-Step (V-Step nach vorne, Arme werden dabei nacheinander nach oben geführt und Rückkehr zum Ausgangspunkt, die Bewegung wird zweimal durchgeführt)

F = Federn (hüftbreiter Stand, Füße federn achtmal abwechselnd von rechts nach links mit Gewichtsverlagerung)

X = Side step (4 mal Side step mit Klatschen der Hände, nach rechts beginnend)



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