Kräfte Messen
Wahlpflichtbereich 3.1.2.1: Miteinander/gegeneinander kämpfen – ca. 6-8 Std.Titel: „Wir messen unsere Kräfte und kämpfen klug gegeneinander“ | |||
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Das Unterrichtsvorhaben ist mehrperspektivisch unter den sportpädagogischen Perspektiven „Wahrnehmungsfähigkeit verbessern und Bewegungserfahrungen erweitern“ „Etwas wagen und verantworten“, „Gemeinsam handeln, wettkämpfen und sich verständigen“ angelegt. Unter der Leistungsperspektive sind die Schülerinnen und Schüler in der Lage, nach Regeln zu kämpfen sowie einfache Zweikampfsituationen zu lösen. Es folgt in seiner Ausrichtung der Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“: Ziel ist die Förderung von gegenseitigem Vertrauen und Respekt beim Kämpfen, das Einhalten von vereinbarten Regeln und das Reflektieren von körperlichen Grenzen und ungleichen körperlichen Voraussetzungen (z.B. bei Handicap-Kämpfen). Hier knüpft auch die sportpädagogische Perspektive „Das Leisten erfahren und reflektieren“ an. Das Unterrichtsvorhaben eignet sich für die sechste Klasse - evtl. als Erweiterung eines Unterrichtsvorhabens „Partnerakrobatik“ aus dem Inhaltsbereich „Tanzen, Gestalten, Darstellen“ in Klasse 5, das wesentliche Voraussetzungen (z.B. Körperkontakt und Körperspannung erleben, Vertrauensbildung und Sicherheitserfahrungen und gemeinsame Regelabsprache) vorbereitet , so dass die Schülerinnen und Schüler vom miteinander Agieren zum gegeneinander Kämpfen kommen. In diesem Fall lässt sich das Unterrichtsvorhaben in vier Unterrichtsstunden durchführen. Hinweis: Aus unterschiedlichen Gründen auftretende Hemmungen (z.B. aufgrund von Geschlecht, Herkunft etc.) sind zu berücksichtigen und Alternativen sind anzubieten. Die genannten Kompetenzen beziehen sich in der Regel auf mehrere Sequenzen des Vorhabens. | |||
Prozessbezogene Kompetenzen | Inhaltsbezogene Kompetenzen | Konkretisierung, | Ergänzende Hinweise, Arbeitsmittel, Organisation, Verweise |
Schülerinnen und Schüler können: | Schülerinnen und Schüler können: | Stunden 1 und 2: In den ersten beiden Stunden steht das spielerische spontane Kräftemessen im Vordergrund. | |
Bewegungskompetenz
Reflexions- und Urteilskompetenz:
Personalkompetenz:
Sozialkompetenz:
| (1) verschiedene Formen des Zweikämpfens am Boden wie Verdrängen, Schieben, Drehen, Fixieren/Halten und Befreien paarweise und in der Gruppe ausführen und anwenden (2) Taktiken und Strategien – auch bei Gruppenwettkämpfen – situationsbezogen anwenden (3) bei ihrem sportlichen Bewegungshandeln die Sinnrichtung/Sinnrichtungen erkennen (4) die Prinzipien des Umdrehens und des Befreiens nennen (5) die Kriterien des Haltens nennen (6) mit der eigenen Kraft situationsangemessen umgehen (7) Rituale ausführen und deren Bedeutung erklären (8) sich regelgerecht und fair in Kampfsituationen verhalten (9) ihre Emotionen unter Anleitung reflektieren und kontrollieren (10) die grundlegenden Regeln des fairen Kämpfens nennen und erläutern (11) Rauf- und Kampfspiele mit Unterstützung variieren und entwickeln (zum Beispiel auch um Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlicher Begabung und/oder Voraussetzung einzubeziehen) | Ritual des Angrüßens/Abgrüßens einführen Lehrkraft und Schülerinnen und Schüler begrüßen sich „asiatisch“: im Stand gegenüber oder im Kreis voreinander leicht verbeugen. Formeller ist das Abknien mit leichter Verbeugung zum Boden (eigenes Körpergewicht abfangen) und eine abgesprochene Begrüßungsformel sagen. Die Lehrkraft stimmt den Ruf an, wenn alle zur Ruhe und Konzentration gekommen sind. Anbahnung von Körperkontakt: Sandwichspiel Alle SuS laufen frei durch die Halle auf Musik. Bei Musikstopp gibt die Lehrkraft eine Sandwichform vor, die die Kinder bilden müssen: Sandwich: 2 Kinder legen sich übereinander (2 Sandwichscheiben) Hamburger: 3 Kinder übereinander (2 Sandwichscheiben, 1 Burger dazwischen) Cheese-Sandwich: 4 Kinder (2 Sandwichscheiben, Burger, Käse) Double Burger: wie viele Kinder legen sich aufeinander? Gruppenaufstand Vorübung zu zweit: die Kinder sitzen Rücken an Rücken auf dem Boden und versuche aufzustehen ohne den Kontakt zu verlieren. Gelingt das auch zu viert, zu sechst? Kämpfen im Stand - Kämpfen um den Raum Druck-Zug-Kampf Im Stand gegenüber, Handflächen müssen Kontakt halten. Versuchen, den Partner/die Partnerin aus dem Gleichgewicht zu bringen. Grenzübertritt Paarweise gegenüber mit Handfassung und den Gegner/die Gegnerin zu einem Schritt oder Sprung über die Grenzlinie dazwischen zu zwingen. Hütchenkampf Gegenseitig an den Oberarmen fassen und versuchen, den Partner/die Partnerin so zu ziehen/zu verdrängen, dass er/sie ein Hütchen berührt Kampf am Boden – Kampf um ein Objekt: Kampf um den Ball/Eierdieb Um den Ball (kleiner Medizinball oder Rugbyball) kämpfen. Die kleinere/leichtere Person erhält den Ball. Kämpfen am Boden - Kampf um den Raum: Liegestützkampf oder auch Eidechsenkampf Zwergenkampf Im Kniestand gegenüber und versuchen, sich gegenseitig umzustoßen. Zweikampf um den Raum: Beute ins Nest Zwei Spieler/innen bestimmen jeweils eine entfernt liegende Matte als ihr Nest und versuchen, sich gegenseitig in das eigene Nest zu ziehen. Zweikampf: Schottisches Ringen | Aus dem Judo ist z.B. die Formel „rei“ bekannt. Begrüßungsritual beim Ringen: Hand geben, im Fechten: Klingen kreuzen Eigene Form / eigenen Begrüßungsruf finden lassen Einführung der Stoppregel und der goldenen Kämpferregel (im Kampf so mit anderen umgehen, wie man es für sich selbst in Anspruch nehmen möchte) Verschiedene Laufformen, immer neue Gruppen bilden Arbeitsgedächtnis: die SuS müssen sich die Formationen merken Evtl. auch mit Bildkarten statt mit Sprachkommandos arbeiten Auch als Gruppenwettkampf möglich: es gewinnt die Gruppe mit den meisten Mitgliedern Auf sicheren Stand achten: Ausfallschritt Variante: eine Hand darf gelöst werden Handhaltung durch die Schülerinnen und Schüler festlegen (empfohlen: Unterarmgriff) Regeln festlegen: Wann gilt die Grenze aus überschritten? Variante: aus dem Einbeinstand heraus → evtl. auch unterschiedliche Regel als Handicap-Kampf: die größere/stärkere Person steht auf einem Bein 4 Hütchen oder Kegel (schwerer) in einem Quadrat von 3 m aufstellen Es verliert, wer zuerst 3 Hütchen berührt hat. Matten Ball /Rugbyei Es gewinnt, wer den Ball erobern kann bzw. ihn über eine bestimmte Zeit festhalten kann Zug nur von innen nach außen. Schlagen ist verboten! Evtl. Matten unterlegen Matten Es verliert, wer zuerst auf die Seite fällt Zwei Matten für zwei SuS Es gewinnt, wer die Gegnerin oder den Gegner ins eigene Nest ziehen kann oder wer sie/ihn nach einer festgelegten Kampfzeit näher an das eigene Nest gebracht hat. Vorrangig als Bodenkampf, Standkampf nur mit Drücken, Verdrängen, Ziehen zulassen |