15. Liebesgedichte als Teil oder im Kontext umfangreicherer literarischer Werke
Friedrich Schiller Hektors Abschied von Andromache Andromache Willst dich, Hektor, ewig mir entreißen, Wo des Äaciden mordend Eisen Dem Patroklus schröcklich Opfer bringt? Wer wird künftig deinen Kleinen lehren Speere werfen und die Götter ehren, Wenn hinunter dich der Xanthus schlingt? Hektor Teures Weib, geh, hol die Todeslanze, Lass mich fort zum wilden Kriegestanze, Meine Schultern tragen Ilium; Über Astyanax unsre Götter! Hektor fällt, ein Vaterlandserretter, Und wir sehn uns wieder in Elysium Andromache Nimmer lausch ich deiner Waffen Schalle, Einsam liegt dein Eisen in der Halle, Priams großer Heldenstamm verdirbt! Du wirst hingehn, wo kein Tag mehr scheinet, Der Cocytus durch die Wüsten weinet, Deine Liebe in dem Lethe stirbt. |
Hektor All mein Sehnen, all mein Denken Soll der schwarze Lethefluss ertränken, Aber meine Liebe nicht! Horch! der Wilde rast schon an den Mauren – Gürte mir das Schwert um, lass das Trauren, Hektors Liebe stirbt im Lethe nicht! |
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Kontext: Faust I, Gretchentragödie, Carmina Burana (13. Jh.) 126 Nun wird alles offenbar, Mutter schlägt mich täglich mehr, Ganz allein sitz ich zuhaus, Will ich auf die Straße gehn, Sehn sie meinen dicken Bauch, | Wundern sich und stoßen sich, Es besagt ein jeder Wink: Was erzähl ich weiter noch? Bin um ihn in großer Not, Dabei tut mirs doppelt leid, Denn ob Vaters hartem Drohn Ließ in Trübsal mich zurück, (Liebesgedichte aus aller Welt, S. 344 f.) |
Kontext: Theodor Fontane, Effi Briest, 17. Kapitel Heinrich Heine Seegespenst So tief, meertief also |
Mich selbst ergreift des fernen Klangs Jahrhundertelang, Aber zur rechten Zeit noch (Buch der Lieder. Die Nordsee. Gedichte, S. 186-188) |
