Landeskundliche Einordnung
3. Landeskundliche EinordnungAutor: Dr. Klaus Bühn (Arbeitskreis RP Stuttgart)Landeskundlche Einführung als pdf-Dokument (4 MB): | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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5. Die drei Typen der Produktionsstrategien1)Konventionelle Landwirtschaft 2)Integrierter Landbau
3)Ökologischer Landbau Im Zentrum des ökologischen Landbaus steht die Vorstellung des Agrarbetriebs als geschlossenes ökologisches System, als Organismus höherer Ordnung. Jeder seiner Lebensprozesse ist in das Zusammenspiel Boden-Pflanze-Tier-Mensch samt der vielfach auftretenden Rückkopplungen eingebunden. Zwar hinkt auch dieses Denkmodell, da der angenommene Kreislauf durch die Material- und Energieentnahme der nach außen verkauften Agrarprodukte zwangsläufig aufgebrochen ist. Es ist jedoch insofern zu rechtfertigen, als der ökologische Landbau versucht, jeglichen Input systemfremder Stoffe (vor allem aus der chemischen Industrie) zu vermeiden und die größtmögliche Rückführung anfallender Begleitprodukte (vor allem als Naturdünger) zu erreichen. Ökologischer Landbau ist also immer nachhaltige Landwirtschaft im Sinne der ursprünglichen, eng ökologischen Fassung des heute vielfach unscharf verwendeten Nachhaltigkeitsbegriffs. Gemeint ist der Zustand eines anthropogen veränderten Ökosystems, dessen natürliche Ressourcen (Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere, Mensch) in Menge und Qualität insoweit erhalten bleiben, als sie einerseits die Bedürfnisse der aktuellen Generation erfüllen, andererseits die Lebenschancen künftiger Generationen nicht gefährden. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
6. Erfolge und Probleme der AgrarpolitikDie Basis der gültigen Agrarpolitik wurde schon in den fünfziger Jahren mit dem Deutschen Landwirtschaftsgesetz vom 5.9.1955 sowie dem Art. 39 des EWG-Vertrages vom 27.3.1957 gelegt: Der Landwirtschaft muss in den Industriestaaten eine Sonderrolle zukommen, da sie im Wirtschaftsgeschehen benachteiligt ist (Flächenverhaftung des Anbaus, Abhängigkeit von den Naturbedingungen Klima, Boden, Relief, Wasserhaushalt, jährlich schwankendem Witterungsverlauf). Dies bedingt enge Rationalisierungsgrenzen, da die Kosten nicht so stark reduzierbar sind wie in anderen Wirtschaftszweigen. Anzustreben ist a) die Grundversorgung der Bevölkerung mit gesunden Nahrungsmitteln zu stabilen Preisen und b) die soziale Absicherung der Bevölkerung ländlicher Räume, indem die Schere zwischen dem landwirtschaftlichen Einkommen und dem vergleichbarer Berufsgruppen möglichst klein zu halten ist. Insgesamt ist jedoch festzuhalten, dass es der EU-Agrarpolitik samt ihrer deutschen und baden-württembergischen Differenzierungsversuche bis heute nicht gelungen ist, einen grundlegenden Widerspruch aufzulösen: Einerseits orientieren sich ihre Maßnahmen am Prinzip der sozialen Verantwortung für den ländlichen Raum, indem möglichst viele Betriebe und landwirtschaftliche Arbeitsplätze erhalten werden sollen, andererseits fördern sie nach den harten Regeln des (welt-)marktwirtschaftlichen Wettbewerbs die Konzentration der Agrarproduktion auf immer weniger Betriebe und Regionen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
7. Die baden-württembergische Landwirtschaft als LandschaftsgestalterBauern und Bäuerinnen sind genauso Kulturschaffende wie Orchesterdirigenten und Literaturpreisträger - eine ebenso zugespitzte wie grundsätzlich richtige Formulierung. Seit Jahrtausenden hat der Mensch die mitteleuropäische Natur zu den verschiedensten Typen von Kulturlandschaften umgestaltet. Mit ihrer dominanten Flächenwirkung hat vor allem die Landwirtschaft als eine der ältesten Tätigkeiten menschlicher Existenzsicherung entscheidenden Anteil. Ausgehend vom lateinischen cultura = Landbau wird die Definition verständlich, die die Kultur als Gesamtheit aller auf einem bestimmten Gebiet geschaffenen menschlichen Leistungen und damit eben auch die charakteristischen Landschaftsstrukturen versteht, die der rodende, pflanzende, ackernde, erntende, drainierende oder terrassierende Mensch hervorgebracht hat. Zusammen mit den vielfältigen Naturbedingungen ist so die Landwirtschaft der Hauptverantwortliche für den geographischen Abwechslungsreichtum Baden-Württembergs:
a) ihre ökonomischeWertigkeit: Produktion von Nahrungsmitteln und industriellen Rohstoffen; Einnahmen aus dem touristischen Angebot eines abwechslungsreichen, gesunden Erlebnisraums (gewerbliche Gastronomie, Ferien auf dem Bauernhof usw.); Zusatzeinkommen der Agrarbevölkerung für landschaftsschützende Arbeiten b) ihre ökologischeWertigkeit: Schutz des Bodens vor Wind- und Wassererosion; Sicherung einwandfreien Grund- und Oberflächenwassers; Stabilisierung von Stoff- und Energiekreisläufen, die sich verstärkt am ökologischen Gleichgewicht orientieren; Rückkehr zu höherer Artenvielfalt bei Wildpflanzen und -tieren c) ihre ethische und ästhetischeWertigkeit: Dokument für vergangene und gegenwärtige Wertvorstellungen der Gesellschaft; Garant des physisch-psychischen Koppelprodukts Erholung; Auslöser 'weicher’ Landschaftsqualitäten wie Geborgenheit und Heimatbewusstsein Damit wird verständlich, dass unsere Generation die verantwortungsvolle Aufgabe hat darüber zu entscheiden, welche Elemente unserer Agrarlandschaften wir für die Zukunft als erhaltenswert einschätzen, welche Veränderungen wir anstreben. Konzeptionell sind dazu zwei Grundsatzentscheidungen zu treffen:
8. Agrarlandschaften als Agrarökosysteme
Je nach Naturausstattung, Produktionszweig und Produktionsstrategie bilden sich im regionalen, lokalen und einzelbetrieblichen Rahmen die verschiedensten Agrarökosysteme aus. In grober Annäherung lässt sich eine Typisierung anhand des unterschiedlichen Materialflusses bei konventioneller und bei ökologisch orientierter Bewirtschaftungsweise erstellen. Dabei wird deutlich, dass auch der alternative Landbau kein geschlossenes System ist. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
9. Baden-Württemberg braucht seine BauernDer allgemeine Teil des LBS-Beitrags sei abgeschlossen mit einem Arbeitsblatt, das fast alle besprochenen Aspekte der baden-württembergischen Landwirtschaft auf dem Anforderungsniveau der Klassenstufen 5/6 erschließt. Der regionale Bezug zu Baden-Württemberg steht ebenso im Vordergrund wie die grundsätzlichen Aussagen über die volkswirtschaftliche Bedeutung und die Raumwirkung landwirtschaftlichen Tuns. Der ausführliche Text versucht einerseits, die Schülerinnen und Schüler in altersgemäß einfacher Diktion anzusprechen, baut aber andererseits ein erstes Fachvokabular auf. Eine lehrerkontrollierte, wortgenaue Interpretation empfiehlt sich daher zumindest in einer zweiten Arbeitsphase. Darin stecken auch mögliche weitereArbeitsaufträge:
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