Lösung

Originaltext: Gleiche und Nicht-Gleiche

In eigenen Worten nachformulierter Text („Dolmetschen“)  – Lösungsvorschlag

Und es muß […] sich verhalten.

Wenn es um Gleichheit geht, dann kommt es nicht nur darauf an, dass jedem das Gleiche zusteht. Es kommt auch darauf an, ob die Personen, denen ein Recht zusteht, gleich – i.S. von ebenbürtig - sind.

Sind sie nämlich […] erhalten.

Wenn sie nämlich nicht ebenbürtig sind, so haben sie keinen Anspruch auf das Gleiche.

Vielmehr kommen Zank […] und genießen.

Viel Zank und Streit kommt genau daher, dass entweder Gleiche nicht Gleiches oder nicht Gleiche Gleiches bekommen und genießen.

Das ergibt sich […] Würdigkeit.

Eine Ursache für dieses Prinzip der Gleichheit ist die Würdigkeit.

Denn darin, daß […] allgemein überein,

Keiner bezweifelt, dass Würdigkeit, also der Stand in der Gesellschaft  bzw. die Verdienste für die Gemeinschaft ein Kriterium bei einer gerechten Verteilung sein muss.

nur versteht nicht […] dasselbe,

Nur versteht jeder unter Würdigkeit etwas anderes.

sondern die Demokraten […] der Tüchtigkeit.

Aristoteles, Nikomachische Ethik, 60. Kapitel, übersetzt von Eugen Rolfes, 1911, Felix Meiner Verlag,  Fremdes Angebot: projekt-gutenberg.org (öffnet in neuem Tab)

Die Demokraten erblicken Würdigkeit in der Geburt als freier Bürger Athens, die oligarchisch Gesinnten in Besitz oder Geburtsadel, die Aristokraten in der Tüchtigkeit.