Begriffsspeicher; Glossar

Vorschlag für die Arbeit im Ethikunterricht

BegriffDefinition
Naturdasjenige in unser außermenschlichen Welt, welches nicht vom Menschen gemacht wurde, Unterscheidung zwischen belebter Natur (Tiere, Pflanzen) und unbelebter Natur (z.B. Gewässer, Atmosphäre)
Ökologische Ethik / UmweltethikBereichsethik, die sich mit ethischen Problemen im Umgang mit der außermenschlichen Natur befasst
naturalistischer FehlschlussDefinition moralischer Eigenschaften durch empirische bzw. naturale Eigenschaften („nützlich“, „lustvoll“, „lebensdienlich“)
instrumentelle WerteWerte, auf die der Vollzug menschlichen Daseins funktional angewiesen ist
eudämonistische WerteWerte, die das eigene gute oder glückliche Leben betreffen
moralische WerteWerte, die das gute Leben aller Menschen und deren Rechte betreffen
NachhaltigkeitPrinzip, das fordert den gegenwärtigen Ressourcenverbrauch so zu gestalten, dass zukünftige Generationen nicht an der Befriedigung ihrer grundlegenden Bedürfnisse gehindert werden.
AnthropozentrismusNur der Mensch hat moralischen Wert.
anthropozentrisches PrinzipDie Handlung ist moralisch richtig, bei der die Bedürfnisse und Interessen der Menschen am besten berücksichtigt werden.
instrumenteller Wert der NaturNatur dient der Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse (Nahrungsmittel, Wasser, Luft, Rohstofflieferant, Quelle für Gesundheit, Erholung, Freizeit).
ästhetischer Wert der NaturNatur als bevorzugter Gegenstand ästhetischer Kontemplation besitzt einen nicht-instrumentellen Wert.
VerrohungsargumentWie sich der Mensch gegenüber der Natur verhält, so verhält er sich auch gegenüber den Menschen.
→ „negative Version“ (Kant, MS II, § 17)
PhysiozentrismusDie außermenschliche Natur hat  - unabhängig vom Menschen - einen eigenständigen moralischen Wert.
PathozentrismusAlle leidensfähigen Lebewesen haben einen eigenständigen moralischen Wert.
pathozentrisches PrinzipDie Handlung ist moralisch richtig, bei der das Leid aller betroffenen leidensfähigen Lebewesen angemessen berücksichtigt wird.
Speziesismusethisch unzulässige Diskriminierung zugunsten einer Gattung („Spezies“)
→ Präferenzutilitarismus (Peter Singer)
BiozentrismusAlle Lebewesen haben einen eigenständigen moralischen Wert.
biozentrisches PrinzipDie Handlung ist moralisch richtig, die allem Lebendigen Achtung entgegenbringt.
theologisches ArgumentNatur als zu bewahrende Schöpfung Gottes
→ Religionsphilosophie
Radikaler Physiozentrismus / HolismusDie Natur als Ganze (belebte Natur und unbelebte Natur) hat einen eigenständigen moralischen Wert.
holistisches PrinzipDie Handlung ist moralisch richtig, bei der die Natur als Ganze und in all ihren belebten und unbelebten Teilen geschützt wird.

(vgl. Fenner (2010): Angewandte Ethik, S. 114-169; Krebs (2005): Ökologische Ethik I; Ott (2010): Umweltethik, S. 82)

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